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Fawn Response – was du darüber wissen solltest

von | 14.09.2021 | 11 Kommentare

In der Traumafachwelt wird diese Reaktion inzwischen immer mehr als 4. Reflex auf traumatische Ereignisse gesehen. Bisher galten Kampf, Flucht und Erstarrung (Fight – Flight – Freeze) als die bekannten Reaktionen auf eine Gefahr oder ein traumatisches Ereignis. Pete Walker hat diesen Reaktionen eine weitere hinzugefügt. In seinem Buch „The 4Fs: A Trauma Typology in Complex Trauma” prägt er den Begriff Fawn Response als 4. Reaktionsform. Er definiert dieses Verhalten wie folgt:

“Fawn types seek safety by merging with the wishes, needs and demands of others. They act as if they unconsciously believe that the price of admission to any relationship is the forfeiture of all their needs, rights, preferences and boundaries.”

Übersetzung (D.C.): “ Bambi-Menschen suchen Sicherheit, indem sie sich an die Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen anderer Menschen anpassen oder mit ihnen verschmelzen. Sie verhalten sich, als würden sie unbewusst glauben, dass der Preis für eine Beziehung das Opfern all ihrer Bedürfnisse, Rechte, Vorlieben und Grenzen ist.“

Der Bambi-Reflex ist ein Überlebensmechanismus

Der Fawn Response oder, wie ich ihn gerne nenne: der Bambi-Reflex, ist eine Form von chronischer Unterwerfung und Überanpassung. Im Englischen bedeutet fawn Rehkitz, aber auch: jemandem schmeicheln, katzbuckeln oder kriechen.

Menschen können den Fawn Response entwickeln, wenn sie in Lebensumständen gefangen sind, denen sie (subjektiv oder objektiv) nicht entkommen können. Insofern ist es möglich, dieses Verhaltensspektrum auch noch als erwachsener Mensch auszubilden, wenn man z.B. in einer Gewaltbeziehung feststeckt.

Erstarren und Totstellen – zwei verschiedene Reaktionen

In der Arbeit von Stephen Porges, der die Polyvagaltheorie entwickelt hat, finden wir bereits eine vierte Form der Reaktion auf traumatische und überwältigende Ereignisse. Porges nennt diese den Totstellreflex. Oftmals werden der Erstarrungsreflex und der Totstellreflex synonym verwendet. Doch es sind zwei grundlegend unterschiedliche Reaktionen. Im Körper werden der Kampfreflex, der Fluchtreflex und der Erstarrungsreflex vom sympathischen Nervensystem gesteuert. Bei Gefahr wird sehr viel Energie vom Körper zur Verfügung gestellt, die für Flucht oder Kampf genutzt werden kann. In dem Moment, in dem dies nicht mehr möglich ist, weil wir überwältigt werden oder eine Reaktion nicht mehr möglich ist, setzt der Erstarrungsreflex ein. Dieser ist oft verbunden mit einem Gefühl der Loslösung vom eigenen Körper, selbst von Gefühlen wie Angst und Schmerz. Dieser körpereigene Schutzmechanismus scheint dafür geschaffen, das Leiden vor dem Tod zu reduzieren.

Je deutlicher diese fast außerkörperliche Erfahrung auftritt, desto wahrscheinlicher werden Traumasymptome in der Folge. Auch dissoziative Phänomene stehen in starker Korrelation mit Erstarrung und dieser Nahtod-ähnlichen Erfahrung, in der Menschen nicht mehr mit sich selbst verbunden sind und dem Geschehen oft wie von außen zuschauen.

Wenn Stress nie aufhört

Es gibt jedoch Erfahrungen, die nicht aufhören oder so häufig auftreten, dass das Kind (oder seltener der Erwachsene) in einer chronischen hohen Stresssituation (über-)leben muss. Da das autonome Nervensystem nicht dauerhaft nur sympathikoton aktiv sein kann, tritt ein innerer Kollaps ein, ein tiefes Aufgeben jeglicher Selbstbehauptungsimpulse. Dieses tiefe innere Zusammenbrechen wird durch den Parasympthikus gesteuert (ähnlich wie bei Scham). Es führt in eine Art Totstellreflex, in dem Menschen eher hypoton (spannungslos) werden als hyperton. Man gibt auf einer tiefen Ebene auf.

Diese Art von Aufgabe geht tiefer als Resignation. Resignation entsteht, wenn ich etwas nicht bekommen oder erreichen kann, weil ich die Mittel oder Fähigkeiten dazu nicht habe. Der Totstellreflex ist eine Hingabe an den Tod, man gibt zutiefst auf.
Dennoch leben Menschen nach diesen Erfahrungen weiter.

Ein Leben in chronischer Unterwerfung

Manche Menschen bleiben in einem chronifizierten Totstellreflex, der sich später als Depression, Antriebslosigkeit und dem Gefühl tiefen Mangels an Antrieb und Identität zeigen kann.

Andere Menschen entwickeln zum Überleben den Fawn Response oder Bambi-Reflex. Sie lesen beständig die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Eltern und versuchen sich so zu verhalten, dass sie nicht anecken, nicht auffallen und keine Wut provozieren. Diese Kinder entwickeln kein auffälliges Verhalten. Ganz im Gegenteil sind sie unglaublich „pflegeleicht“ und fallen so auch in der Schule oder im Kindergarten nicht auf. Sie werden für ihre Aufmerksamkeit sogar oft noch gelobt. Es ist auch ein Versuch, ein Stück (Ver-)Bindung zu retten, um sich nicht vollkommen verlassen zu fühlen.

    Bei Erwachsenen finden wir hier Menschen, die

  • immer freundlich sind
  • sich kaum behaupten können
  • kaum Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen haben
  • ihre Bedürfnisse nicht aussprechen können
  • keine Grenzen setzen können
  • es allen recht machen wollen.

Das Problem mit dem Bambi-Reflex ist, dass er für das Umfeld der Betroffenen so ungeheuer angenehm ist. Es ist kein Problemverhalten, mit dem Betroffene ständig auffallen oder anecken. Für Menschen im Umfeld dieser zwangs-freundlichen Personen bedeutet dies, dass sie ständig gesehen, ihre Bedürfnisse weitestgehend erfüllt werden und es kaum Konflikte gibt.

Warum der Fawn Response selten entdeckt wird

Genau aus diesem Grund fällt vielen Therapeut*innen das Verhalten oftmals kaum auf. Es handelt sich oft um sehr sympathische Klient*innen, die sich Mühe geben und eben auch uns Therapeut*innen scannen und uns geben wollen, was wir von ihnen erwarten.

Leider geht damit viel des Therapieerfolges verloren, da sie weiterhin darin gefangen sind, es jemandem recht machen zu wollen – diesmal uns. Dies kann dazu führen, dass sie Dinge bearbeiten, die wir vorgegeben haben und Dinge vermeiden, von denen sie wahrnehmen, dass wir sie als Therapeut*innen nicht gerne hören oder ungern damit arbeiten. Gerade bei Rollenspielen oder Aufstellungsarbeiten kann es hier zu schweren Verletzungen oder gar Retraumatisierungen kommen, weil die Betroffenen nicht Nein sagen und ebenso nicht stoppen können, wenn ihnen eigentlich schon längst etwas viel zu viel ist.

Oft wird angenommen, dass Dissoziation oder der Fawn Response Reaktionen sind, die situativ auftreten. Dies ist jedoch unbedingt nicht der Fall, da diese Zustände chronisch sein können. Dadurch sieht man im therapeutischen Kontext keinen Kontrast, an dem ein Zustandswechsel erkennbar wäre.

Fawn Response bei Trauma erkennen lernen

Als Therapeut*in gilt es zu lernen, Dissoziation oder Fawn Response auch dann zu erkennen, wenn Menschen darin leben und selbst auch gar keine anderen Zustände kennen. Manchmal können wir dem Bambi-Reflex auf die Spur kommen, weil uns Klient*innen erzählen, dass sie an ihrer Arbeitsstelle ausgenutzt werden oder sich ständig um Angehörige kümmern. Ein weiteres Anzeichen können toxische Beziehungen und Co-Abhängigkeiten sein. Pete Walker vermutet, dass Betroffene oft mindestens ein narzisstisches Elternteil hatten und aufgrund des Fawn Response häufig wieder Opfer von Narzissten werden.

Außerdem gibt es bei Menschen, die kaum für ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen einstehen können, oftmals starke somatische Schmerzen und Beschwerden. Gabor Maté beschreibt in seinem Buch „Der Körper sagt Nein“ ausführlich und eindrücklich die Zusammenhänge zwischen diesen Fähigkeiten und verschiedenen Krankheitsbildern.

Als Therapeut*innen können wir lernen, fein darauf zu lauschen, wo Klient*innen massiv gegen ihre eigenen Interessen leben und agieren. Wir können sie dabei unterstützen, wieder Selbstbehauptungsimpulse und Grenzen zu entwickeln. Vielleicht fällt uns auf, dass eine Klient*in beständig lächelt. Dies kann ein guter Ansatzpunkt sein, um sich den dahinter liegenden Mustern zu nähern. Man kann fragen, was innerlich passiert, wenn die Betreffenden das Lächeln sein lassen. Oftmals ist dies den Betroffenen kaum möglich. Und wenn sie es versuchen, dann zeigen sich häufig sofort starke Angst oder Scham.

Der Fawn Response als Angstmanagement

Da der Fawn Response als Überlebensmechanismus entstanden ist, wurde er auch zum Angstmanagement genutzt. Die innere Überzeugung des Kindes oder auch der erwachsenen Person war: Wenn ich nur lieb genug bin, dann wird mir nichts passieren.

Im Umkehrschluss bedeutet es, dass jede Form von Unangepasstheit oder Selbstbehauptung dazu führen wird, dass etwas „Schlimmes“ passiert. Diese Gefühle liegen unter dem Anpassungsverhalten. Sie werden wieder aktiv und fühlbar, wenn gegen die Konditionierung verstoßen wird. Jede Art von Selbstbehauptung oder Annäherung an eigene Bedürfnisse ist ein Vorstoß in unbekanntes und beängstigendes Gebiet.

Ein weiteres Problem kann sein, dass Betroffene kaum ein Gefühl für ihr eigenes Selbst, für ihre Identität haben. Da diese so früh schon unterdrückt werden musste, gibt es nur das funktionale Ich, dessen Aufmerksamkeit immer nach außen ausgerichtet ist. Betroffenen ist es kaum möglich, die Aufmerksamkeit wirklich nach innen zu lenken. Dort wartet oft unendlich viel Schmerz, Enttäuschung und Verwirrung. Die Begegnung damit ist so beängstigend, dass es viel Sicherheit und Unterstützung braucht, um sich selbst dort zu begegnen.

Wir können unsere Klient*innen langsam darin begleiten, die innere Konditionierung zu durchbrechen und neue Erfahrungen zu machen. Dafür ist es wichtig, dass wir liebevoll bei ihnen sind und ihnen ermöglichen, im sicheren Kontakt die alten Ängste zu spüren, ohne dass sie sich darin verlieren.

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11 Kommentare

  1. Liebe Dami Charf,

    das Verhalten, welches Du schilderst trifft auf sehr viele hochsensible Menschen zu. Ich frage mich, wie man hier erkennen kann, wer mir gegenüber sitzt: traumatisierte oder hochsensible Person? Eine Unterscheidung, die mir geläufig ist, dass die traumatisierte Person darunter sehr leidet und auch nur sozusagen die negative Seite erlebt. Bei HSP ist das nicht so. Sie erleben und empfinden insgesamt (positives und negatives) sehr intensiv. Kannst Du mir da ein paar Anhaltspunkte geben? Herzliche Grüße, Susanne

    Antworten
    • Liebe Susanne, das kann man nur im einzelnen sehen, wenn man die Person vor sich hat. Manchmal ist es auch einfach für Betroffene angenehmer, sich hochsensibel zu nennen als traumatisiert. Das eine ist Besonders, das andere leider noch oft stigmatisierend. Ich denke, das eigenen Erleben ist nicht immer aussagekräftig, weil es viel mit Identifikation zu tun haben kann. Als Therapeutin solltest du nach kurzer Zeit erkennen können, ob die Klient*in einen Traumahintergrund hat.
      Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  2. Sehr gut beschrieben! Danke, liebe Dami! Deine klaren Worte helfen mir als Therapeutin, das Thema bei Klienten und Klientinnen anzusprechen. Manchmal sind auch Paare in diesem Verhalten gefangen und verheddern sich in – manchmal äusserst seltsamen bis kuriosen – Ungereimtheiten und Widersprüchen, nur weil beide es dem Partner, der Partnerin recht machen wollen.

    Einen lichten Tag, Rébecca

    Antworten
  3. liebe Dami
    seit einigen Jahren folge ich deinen Artikeln und Videos, weil ich in hier erwähnter Reaktion sehr zuhause bin, jedoch auch viele andere Möglichkeiten des Reagieren kenne.
    Auf dieser Schiene läuft es/alles reflexartig ab, manchmal bis zur Ohnmacht. Bin 64 jährig und lebe mit einer grossen Vielfalt an diesbezüglichen Erfahrungen, Traumatherapie inkl., hohe Bewusstheit der verschiedenen Körperreaktionen versus Angst/Psyche.
    Habe gelernt, dies alles als Lebenserfahrungen zu schätzen …
    mit lieben Grüssen und Dankbarkeit für Deine ernsthafte, sorgfältige Arbeit

    Sibylla

    Antworten
  4. Hallo Dami,

    dein Artikel ist wie ein AHA-Effekt, er arbeitet sehr intensiv in meinem Inneren.Er erklärt mir viele Begebenheiten/ Verhalten in meinem Leben.
    Immer lieb u.nett!!!

    Herzliche Grüße

    Inka

    Antworten
  5. Liebe Dami.
    Es trifft mich gerde hart das zu lesen.
    Seit meiner ersten Therapie wurde mir immer gesagt wie sympathisch, reflektiert ich bin. Wie gut es ist mit mir zu arbeiten. Nur das ich Seit 15 Jahren kaum an mir gearbeitet habe weil es immer darum ging das Bild zu erfüllen um diesen Menschen nicht zu verlieren, hat niemand verstanden. Das selbe gilt für meine toxischen Beziehungen, Arbeitsstellen etc. Ich verstehe den anderen einfach zu gut als das ich meine Bedürfnisse mitteilen könnte und habe Angst vor Ablehnung. Aber das so extrem, dass ich es selbst immer erst viel später erkenne. Wenn überhaupt.
    Ich bin unsichtbar und mittlerweile so fertig.
    Herzlichen Dank für diese mir die Augen öffnende Informationen.
    Wie es nun weitergeht….Welcher Therapeut hat das auf dem Schirm?
    Mit den besten Grüßen.
    Natalie

    Antworten
    • Liebe Natalie, das ist eine schwierige Frage. Sinnvoll ist, wenn du deine Therapeut*innen einfach fragst und dir schildern lässt, wie sie damit arbeiten wollen. Alles Gute für dich! Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  6. Hallo Dami
    Sehr interessant, dein Artikel, da kann ich einiges von mir erkennen. Ich habe zwar auch lernen müssen, mich meiner hysterischen, narzistischen Mutter anzupassen und lieb Kind zu spielen, um nicht ständige auch den Deckel zu bekommen. Dadurch entwickelt ein Kind ja eine so hohe Sensibilität für die Gefühle, Stimmungen und Bedürfnisse von anderen (oder es macht völlig zu und schaltet ab). Bei mir hat diese erzwungene Anpassung jedoch später in Rebellentum umgeschlagen, weil es mir gegen den Strich ging, mich ständig anzupassen und unterzuordnen. Dadurch bin ich zwar unangenehmer worden, aber wahrscheinlich versuchte ich so, ein Stück meiner Würde wieder herzustellen. Das scheint mir der Gegenpol zur übermässigen Anpassung zu sein.
    @ Susanne Görlitz: Es ist nicht die Frage, traumatisiert ODER hochsensibel. Wie schon erwähnt, Traumatisierte werden oft hochsensibel durch die Umstände. Umgekehrt kann man auch sagen, ein Kind mit einer feineren, sensibleren Wahrnehmung ist logischerweise auch verletzlicher und somit eher traumatisiert. Für mich gehört das zusammen. Und wie Dami auch sagt, wird „hochsensibel“ oft dazu verwendet, um sich zu schmücken und aufzuwerten. Das hört man oft in Esoterikkreisen, wo man dann gerne auch noch ein „Indigokind“ hat, das so besonders sein soll. Aber dass ein angeschlagener Selbstwert irgendwie kompensiert werden will, ist auch verständlich und naheliegend.
    Dieser Fawn-Reflex erinnert mich stark an das Grinsen von Schimpansen, wenn sie sich unterordnen und harmlos erscheinen wollen, was eigentlich ein Ausdruck von Angst ist.

    Antworten
  7. Liebe Dami, ich wollte mich für deine Wunder und würdevolle Arbeit hier und auch auf deinem Youtube-channel bedanken. Durch dich und deine Arbeit kann ich mich um einiges besser verstehen und vorallem das ich was ich war. Durch eines deiner Videos, ist mir überhaupt erst bekannt geworden, das es für „mein anders auffällig sein“ als Baby/Kleinkind und Teenie einen Begriff und dadurch noch mehr Menschen gibt die sich so verhielten/ verhalten wie ich. Das macht es nicht wirklich schöner, da auch diese Menschen darunter leiden werden, aber es macht es mir etwas leichter damit umzugehen, da ich jetzt weiss das ich nicht wirklich alleine bin/war damit. Bis dato dachte ich nämlich, das ich alleine wäre mit solch einem Verhalten. Das sich ja sonst keiner so verhalte wie ich, wurde mir oft zum Vorwurf gemacht. Was nur falsch wäre mit mir ; ich fragte mceh das insgeheim auch manchmal. Es fällt mir nun leichter Verständniss und Mitgefühl mit meinem damligen Ich zu haben und nachzuvollziehen, wieso ich so handelte, wie ich handelte. Wieso sich alles so… Verschoben!? Falsch!? Leer aber wütend und irgendwie dennich voll!?
    Ach, ich sag’s einfach mal so; wieso sich einfach alles so komisch unrichtig anfühlte.
    Ich danke dir wirklich herzlich dafür.
    Endlich hat das Namenlose einen Namen.

    Antworten
  8. Liebe Dami,
    ich kenne das Phänomen persönlich aus meiner Geschichte und auch bei meinen KlientInnen taucht es immer wieder auf. Somit gab es gerade bei mir einen Aha-Effekt, und ich sehe so einige Reaktionen aus einem neuen Blickwinkel. Es ist auch ein Anstoß, v.a. mit schwer traumatisierten Menschen noch behutsamer und geduldiger umzugehen. Dein Ansatz der Traumatherapie verändert meine Arbeit gerade sehr grundlegend und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Vielen Dank und herzliche Grüße
    Martina

    Antworten
    • Danke, dann dir weiterhin viele spannende Entdeckungen!

      Antworten

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  1. Dami Charf: Fawn Response in der Psychotherapie • Wegbeschreiter.de - […] Einige Menschen retten sich durch das Bambi-Verhalten, indem sie sich stark anpassen, unterwerfen, nie anecken und als besonders pflegeleicht…

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