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Wie können wir mit Schuldgefühlen arbeiten?

von | 10.10.2022 | 1 Kommentar

In diesem Beitrag geht es mir nicht um den Umgang mit Schuld, sondern um den Umgang und die Arbeit mit Menschen, die ständig Schuldgefühle haben.
Im Unterschied zu Schamgefühlen („ich bin falsch“) geht es bei Schuldgefühlen darum, etwas falsch gemacht zu haben.
Dennoch haben Schuldgefühle meist nichts damit zu tun, ob man etwas „Schuldhaftes“ getan hat. Sondern sie sind eine innere Prägung, die das Leben der Betroffenen sehr anstrengend macht.

Das Thema Schuld ist eng mit frühen Verletzungen und Trauma verbunden, sodass wir früher oder später mit den meisten unserer Klient*innen zu diesem Thema kommen werden.

Wer sich nicht bewegt, macht auch keine Fehler!

Menschen, die sich ständig schuldig fühlen, schränken sich in ihrem Selbstausdruck und ihrer Lebendigkeit oft massiv ein, weil sie immer Angst haben, etwas „falsch“ zu machen. Hinzu kommt, dass sie oft nur wenig Bezug zu ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen haben, weil sie mit ihrer Aufmerksamkeit immer bei den anderen sind.

Richtig und falsch, Lob und Strafe und vor allem die Verschiebung von Verantwortung sind in unserer Kultur so tief verankert, dass wir fast alle mit diesen Dingen erzogen wurden. Wir leben in einer Kultur, die davon ausgeht, dass man Kinder und alle Menschen bestrafen muss, damit sie bestimmte Dinge nicht oder nicht mehr tun. Strafe soll Menschen zu besseren Menschen machen.

Kinder wissen allerdings sehr oft gar nicht, was die Regeln sind, an die sie sich halten sollen, oder können diese teilweise noch gar nicht einhalten. So erleben sie häufig, dass sie bestraft werden, wenn sie etwas noch nicht können oder noch nicht gelernt haben.
In der Schule wird dies dann womöglich noch weiter verstärkt. Fehler werden durch schlechte Noten bestraft. So entwickeln Menschen Angst davor, neue Dinge zu lernen, weil Lernen dazu führt, dass sie Fehler machen könnten. In einem Seminar sagte einmal ein Lehrer: „Wer sich nicht bewegt, macht auch keine Fehler.“

Verantwortung für das Lebensglück anderer übernehmen

Sich schuldig zu fühlen entsteht auch dann, wenn Eltern ihren Kindern das Gefühl vermitteln, dass ihr Verhalten die Eltern glücklich oder unglücklich macht. Oftmals sogar so sehr, dass sie verantwortlich sind für das Lebensglück oder Unglück ihrer Eltern.
So entsteht in den Betroffenen ein starkes – falsches – Verantwortungsgefühl für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen und vor allem ihrer Partner*innen. Sie versuchen per „Gedankenlesen“ schon weit im Voraus zu erfassen, was die andere Person will, und sich daran anzupassen (siehe hierzu auch: Video Narzisstische Mütter).

Verstärkt wird diese Form von fehlgeleiteter Verantwortung dadurch, dass kleine Kinder nicht zwischen sich und anderen Menschen trennen können. Sie gehen davon aus, dass alles, was passiert, mit ihnen zu tun hat oder von ihnen verursacht wird. Diese Art des sogenannten magischen Denkens hat zur Folge, dass Kinder die Verantwortung für alles in ihrer Familie übernehmen. Und sich dann schuldig fühlen, wenn sie geschlagen oder missbraucht werden, die Eltern sich trennen oder bei jeder anderen Form von negativen Geschehnissen.

In dem Video beleuchte ich dieses große und komplexe Thema noch weiter. Ich versuche dir ein paar Ideen zu geben, wie du mit deinen Klient*innen arbeiten könntest:

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1 Kommentar

  1. Danke VIELMALS…freue mich auf weiteres und wünsche viel Erfolg, herzlichst angie

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